
Sie erwerben die Kompetenz, Schutzkonzepte für Einrichtungen und Organisationen zu entwickeln, zu überprüfen und im Alltag wirksam umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen sichere Strukturen, eine grenzachtende
Organisationskultur und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Die Fortbildung qualifiziert für die
Gestaltung institutionellen Kinderschutzes; sie qualifiziert nicht zur Tätigkeit als insoweit erfahrene Fachkraft
(INSOFA) und ersetzt keine INSOFA-Qualifizierung.
Die Fortbildung verbindet institutionellen Kinderschutz mit systemischer Organisationsentwicklung. Sie lernen,
Risiken und vorhandene Schutzfaktoren zu analysieren, Machtverhältnisse zu reflektieren und passgenaue
Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Dabei berücksichtigen Sie psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt,
Vernachlässigung, Übergriffe unter Gleichaltrigen und digitale Gefährdungen.
Sie gestalten Schutzkonzeptprozesse gemeinsam mit Leitung, Mitarbeitenden, Kindern, Jugendlichen und Eltern.
Sie klären Zuständigkeiten, entwickeln verbindliche Verfahren und verankern Prävention, Intervention und die
regelmäßige Überprüfung in Ihrer Organisation.
Für Fachkräfte, Leitungskräfte und Verantwortliche, die Schutzkonzepte entwickeln, koordinieren oder
weiterentwickeln: in Jugendhilfe, Kita, Schule, Gesundheitswesen, Eingliederungshilfe, Sport, Kultur, Vereinen,
Verbänden und kirchlichen Einrichtungen. Die unterschiedlichen Aufträge und Rahmenbedingungen der
Arbeitsfelder werden berücksichtigt.
Sie klären Auftrag, Verantwortlichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen des institutionellen Kinderschutzes.
Sie analysieren Macht, Abhängigkeiten und organisationsbezogene Risiken, erkennen Täterstrategien und
institutionelle Abwehrmuster. Sie entwickeln ein beteiligungsorientiertes Vorgehen für die Risiko- und
Potenzialanalyse.
Sie entwickeln Handlungspläne für Hinweise auf Gewalt durch Mitarbeitende oder unter Kindern und
Jugendlichen. Sie klären Schutzmaßnahmen, Dokumentation, Kommunikation und die Einbindung externer
Fachstellen. Sie bearbeiten Rehabilitation bei ausgeräumtem Verdacht sowie Aufarbeitung und planen
Umsetzung, Evaluation und Fortschreibung Ihres Schutzkonzepts.
Sie erarbeiten zentrale Bausteine eines Schutzkonzepts: Leitbild, Verhaltenskodex, Nähe und Distanz,
Personalverantwortung, Fortbildung, Beteiligung und zugängliche Beschwerdewege. Sie berücksichtigen Vielfalt,
besondere Schutzbedarfe und digitale Räume. Sie planen, wie Regeln im Alltag gemeinsam getragen und
überprüft werden.
Mit Fallarbeit, Organisationsanalysen und kollegialer Beratung bearbeiten Sie eine eigene Einrichtung oder ein
Praxisbeispiel. Zwischen den Modulen entwickeln Sie ausgewählte Bausteine eines Schutzkonzepts und einen
Umsetzungsplan. Im Abschlussmodul präsentieren und reflektieren Sie Ihr Praxisprojekt. Vorhandene
Schutzkonzepte können einbezogen werden.
IPG-Zertifikat „Institutioneller Kinderschutz und Schutzkonzepte“ nach Teilnahme an allen Modulen
und Präsentation eines Praxisprojekts.
M.A. Erziehungswissenschaften
M.Sc. Supervision & Coaching
Leiter des IPG Leipzig
Lehrender für Systemische Beratung und Therapie (DGSF)
Supervisor und Fortbildner in der INSOFA-Qualifizierung und Kinderschutz
B.A. Soziale Arbeit/Sozialpädagogik
Dozentin im Kinderschutz
INSOFA
Prozessberaterin für Schutzkonzepte
Systemische Beratung (i.A.)
Die Teilnahmegebühr beträgt insgesamt 1.350 € und versteht sich inklusive sämtlicher Arbeitsmaterialien sowie einer Auswahl an Heiß- und Kaltgetränken (Kaffee, Tee und Wasser); die Verpflegung am Mittag erfolgt auf eigene Kosten.
Kursbeginn:
08.06.2027
jeweils Dienstag bis Donnerstag
Umfang und Gruppengröße:
9 Präsenztage in drei Modulen
72 UE à 45 Minuten
15 Plätze
Termine:
Modul 1: 08.–10. Juni 2027 · Dienstag bis Donnerstag
Modul 2: 06.–08. Juli 2027 · Dienstag bis Donnerstag
Modul 3: 17.–19. August 2027 · Dienstag bis Donnerstag
Jeweils 09:00–16:45 Uhr einschließlich Pausen
Veranstaltungsort:
ipg – Leipzig
Ferdinand-Rhode-Straße 34
04107 Leipzig
Die Anmeldung senden Sie bitte an: weiterbildung@ipg-leipzig.de