WB Systemische Beratung 2027-2029

Ausschreibung für die Weiterbildung Systemische Beratung ( DGSF) 2027- 2029

Die Weiterbildung „Systemische Beratung“ eröffnet Ihnen die Möglichkeit, Ihre berufsspezifischen Beratungskompetenzen zu erweitern und Ihre Handlungsfähigkeit in der Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren, Familien und anderen Systemen zu stärken.

Ausgehend von einem ganzheitlichen und humanistischen Menschenbild betrachten wir Menschen im Kontext ihrer relevanten Bezugssysteme – etwa Partnerschaft, Familie und berufliches Umfeld. Dabei richten wir den Blick auf Potenziale, Fähigkeiten und Ressourcen, um Entwicklungsprozesse anzuregen.

Die Trainer und Trainerinnen des Instituts für psychosoziale Gesundheit (ipg) Leipzig verfügen über langjährige Erfahrung in psychosozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Beratungskontexten.

Themen wie Migration, Inklusion und Gender beziehen wir selbstverständlich in unsere Arbeit und Reflexion ein.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Beratung und Begleitung von Menschen mit Gewalterfahrungen sowie die professionelle Arbeit mit Personen, die Gewalt ausüben oder ausgeübt haben. Ziel ist es, Gewaltkontexte zu verstehen, Verantwortung zu stärken und nachhaltige Veränderungsprozesse zu unterstützen.

Diese Themen bearbeiten wir aus systemischer Perspektive.

Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte sind praxisorientierte Trainings, Selbsterfahrung und Supervision sowie die Anwendung der Lerninhalte im eigenen beruflichen Kontext zentrale Bestandteile der Weiterbildung.

Zugangsvoraussetzungen

Für die Teilnahme benötigen Sie eine der folgenden Qualifikationen:

A) Einen Hochschulabschluss (Bachelor-, Master- oder Staatsexamensabschluss einer Universität, Fachhochschule oder dualen Hochschule) und psychosoziale Praxiserfahrungen.
oder

B) Einen qualifizierten Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mindestens dreijährige Berufsausbildung) und psychosoziale Praxiserfahrungen.
oder

C) Einen qualifizierten Berufsabschluss (mindestens zweijährige Berufsausbildung), eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit im psychosozialen oder beraterischen Feld sowie den Abschluss einer anderen Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution im Umfang von mindestens 100 UE.

Zusätzlich muss während der Weiterbildung die Möglichkeit bestehen, mindestens 70 Beratungseinheiten in Systemischer Beratung durchzuführen.

Beispiele für psychosoziale Berufsabschlüsse:

Erzieher/-in, Heilerziehungspfleger/-in,
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in (ehemals Krankenschwester/Krankenpfleger),
Altenpfleger/-in, Physiotherapeut/-in,
Ergotherapeut/-in,
Logopäde/Logopädin,
Hebamme/Entbindungspfleger,
Diätassistent/-in

Ziel der Weiterbildung

  • Entwicklung einer handlungskompetenten Beraterpersönlichkeit auf der Grundlage eigener Ressourcen und systemischer Sichtweisen.
  • Erleben der eigenen Beratungskompetenz im Zusammenhang mit aktuellen Lebensbezügen, biografischen Erfahrungen sowie persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen.
  • Erlernen und situationsangemessenes Einsetzen vielfältiger systemischer Beratungsansätze und Methoden.

 

Umfang und Struktur der Weiterbildung

Die Weiterbildung richtet sich nach den Richtlinien der Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie  (DGSF) und umfasst insgesamt 570 Stunden (UE á 45 min) aufgeteilt in:

  • 220 UE praxisbezogene Theorie
  • 100 UE Systemische Supervision
  • 100 UE Selbsterfahrung/ Selbstreflexion
  • 80 UE Lerngruppenarbeit/ Eigenstudium
  • 70 UE Eigene Beratungspraxis

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und findet berufsbegleitend statt. Die Lerninhalte werden in zwölf Blockseminaren mit jeweils drei Tagen sowie an neun Supervisionstagen vermittelt. Lerngruppenarbeit und Eigenstudium erfolgen selbstorganisiert. Ein Onlineanteil von 15 % ist möglich und auf die Bereiche Theorie und Methoden begrenzt.

Die Beratungspraxis wird im eigenen Arbeitsfeld und/oder in anderen Beratungsstrukturen absolviert.

Inhalt der Weiterbildung

Modul I · Grundbegriffe und Grundlagen systemischen Arbeitens

Einführung und Klärung der Kontexte der Teilnehmenden; Begriffsklärung und Grundlagen systemischen Arbeitens; Training systemischer Methoden und Techniken.

 

Modul II · Systemische Grundhaltungen und Beratungstechniken

Erstkontakt und Erstgespräch; Aufbau vertrauensvoller Arbeitsbeziehungen; Kontext- und Auftragsklärung; Planung der ersten Sitzungen; Training.

 

Modul III · Familienbezogene Sichtweisen von Problemen und Lösungen

Theorie und Praxis der Genogrammarbeit; Erstellen des eigenen Genogramms; Mehrgenerationenperspektive; Hypothesenbildung; Training.

 

Modul IV · Die konstruktivistische Weltsicht

Historische und philosophische Herleitungen und Theorien; Methoden und Techniken zur Konstruktion von Wirklichkeit und Möglichkeit; Fragetechniken, insbesondere zirkuläres Fragen und Wunderfrage; Reframing; wertschätzendes Konnotieren; Perspektivwechsel; Training.

 

Modul V · Partnerschaftskonstrukte

Systemische Haltungen und Herangehensweisen in der Sexualberatung; Paare im Kontext von Zeit, Interaktion, Veränderung und Umwelt; Partnerschaftsmodelle; Auseinandersetzung mit eigenen Beziehungskonstrukten; Training der Beratung mit Dyaden; Aufstellungen mit Figuren und Bodenankern.

 

Modul VI · Systemische Haltung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Bindungs- und entwicklungspsychologische Aspekte; Kontaktaufnahme und Beziehungsgestaltung mit Kindern und Jugendlichen; Arbeit mit Spielen, Metaphern, Bildern, Geschichten und gestaltenden Techniken; systemischer Kinderschutz; Familien mit Risikofaktoren; Salutogenese und Resilienz; Training.

 

Modul VII · Vertiefung systemischer Grundhaltungen

Neutralität – Hypothetisieren – Zirkularität; Allparteilichkeit; Lösungsorientierung; Arbeit mit der Time-Line; Familienberatung; Training im Mehrpersonensetting.

 

Modul VIII · Intersektionale Sichtweisen in der systemischen Beratung

Migration, Gender, Armut, Behinderung und weitere Aspekte; Beratung mit Dolmetschern und Dolmetscherinnen sowie Sprach- und Kulturmittlern und Sprach- und Kulturmittlerinnen; digitale Übersetzungsmöglichkeiten; systemische Familienmedizin; Reflecting Team; Training.

 

Modul IX · Arbeiten in und mit dem „sogenannten“ Zwangskontext

Widerstand und Motivation aus systemischer Sicht; Auftragsmuster und Zuweisungskontext; Motivation im „sogenannten“ Zwangskontext; Besonderheiten in den Kontexten Kindeswohlgefährdung, häusliche Gewalt, Sucht und Straffälligkeit; Risiko- und Ressourcendiagnostik; Training.

 

Modul X · Krisen im Lebenszyklus

Systemische Annahmen zu Krankheit, Trauer und Verlust; Krisenverständnis und Krisenintervention; Grundlagen der systemischen Psychotraumatologie.

 

Modul XI · Arbeiten im Raum

Grundlagen, Ansätze und Grundannahmen der Aufstellungsarbeit; Tetralemmaarbeit; Aufstellen der eigenen Familiensysteme; Rolle und Selbstverständnis als Berater oder Beraterin; Training.

 

Modul XII · Prozesse beenden

Abschlussinterventionen; Beendigung von Prozessen – Abschlüsse und Übergänge gestalten; Rituale; ethische Haltung als Berater oder Beraterin; Abschlusskolloquium.

Abschluss und Zertifikat

Nach erfolgreichem Abschluss aller Leistungen erhalten Sie das Abschlusszertifikat des Instituts für psychosoziale Gesundheit (ipg) Leipzig als „Systemischer Berater“ oder „Systemische Beraterin“.

Die Weiterbildung richtet sich in Inhalt, Dauer und Umfang nach den Richtlinien der DGSF. Wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen, können Sie bei der DGSF die Dachverbandsanerkennung als „Systemischer Berater – DGSF“ oder „Systemische Beraterin – DGSF“ beantragen.

Für die Erteilung des Zertifikats sind folgende Leistungen zu erbringen:

  • Regelmäßige Teilnahme an den Seminaren
  • Aktive Mitarbeit und Bereitschaft zu Supervision und Selbsterfahrung
  • Nachweis von 100 UE Selbsterfahrung/Selbstreflexion
  • Nachweis von 80 UE Lerngruppenarbeit und Eigenstudium
  • Nachweis von 70 Sitzungen eigener Beratungspraxis anhand von Protokollen
  • Drei ausführliche Falldokumentationen mit jeweils etwa 6–10 Seiten; einer der dokumentierten Beratungsprozesse muss mindestens fünf Sitzungen umfassen.
  • Vorstellung einer Live- oder Videoberatung in der Supervision
  • Aktive Gestaltung des Kolloquiums

Mit Abschluss der Weiterbildung sind die Voraussetzungen für einen Aufbaukurs „Systemische Therapie“ erfüllt. Dieser kann ebenfalls am Institut für psychosoziale Gesundheit Leipzig absolviert werden.

Lehr- und Supervisionsteam

Frank Wünsche

Institutsleiter
Weiterbildungsleiter B27
Finanzkaufmann
M.A. Erziehungswissenschaften/Sozialpädagogik (Universität Leipzig)
M.Sc. Supervision und Coaching (Universität Krems)
Supervisor und Coach (DGSF/DGSv)
Systemischer Therapeut/Familientherapeut/Paartherapeut (DGSF)
Lehrender für Systemische Therapie und Beratung, Paartherapie sowie Supervision und Coaching (DGSF)

 

Laura Haisch

Klinische Psychologin (M.A.);
Systemische Therapeutin und Supervisorin (SG)

 

Dr. André Bünte

Promotion in Alter Geschichte
M.A. Alte Geschichte, Afrikanistik und Klassische Archäologie
Therapeutischer Thai-Yoga-Masseur
Systemischer Therapeut (DGSF)

 

Uta Avenarius

Studium der Sozialen Arbeit und der Psychologischen Beratung (Ehe-, Familien- und Lebensberatung)
Weiterbildungen in ressourcenorientierter Traumatherapie zur traumaspezifischen Fachberatung (PITT), in Psychotraumatologie, Traumatherapie, Traumaberatung und -pädagogik mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (KReST) sowie in strukturierter Traumaintegration (stib)
„Train the Trainer“

 

Dr. Julia Roick

Diplom-Soziologin; M.Sc. Psychologie
Systemische Beraterin (DGSF)

 

Birte Lampart

Allgemein beeidigte Gerichts- und Behördendolmetscherin sowie Übersetzerin

Kosten und Finanzierung

Die Gebühr für die Weiterbildung beträgt 6.360,00 €. Hinzu kommt eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 140,00 €.

Eine Ratenzahlung ist nach Vereinbarung möglich: Bei einer Laufzeit von 24 Monaten beträgt die monatliche Rate 265,00 €. Die Raten sind innerhalb der Weiterbildungsdauer zu begleichen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine individuelle Ratenzahlungsvereinbarung getroffen werden.

Bewerbung und Informationsgespräch

  • Nachweis über die Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen
  • Darstellung des schulischen und beruflichen Werdegangs
  • Persönlicher Lebenslauf (2–3 Seiten): Aus welcher Familie komme ich? Was hat mich geprägt? In welchen Beziehungen zu Menschen lebe ich heute?
  • Bewerbungsfoto

Die Bewerbung senden Sie bitte an: weiterbildung@ipg-leipzig.de

 

Bewerbungszeitraum B27:

April bis Juli 2027

Der Termin der Informationsveranstaltung wird gesondert bekannt gegeben.

Ein persönliches Gespräch mit der Weiterbildungsleitung können Sie bereits im Vorfeld vereinbaren.

Termine und Ort

Kursbeginn:
22.10.2027
jeweils Freitag bis Sonntag

Ort:
ipg – Leipzig
Ferdinand-Rhode-Straße 34
04107 Leipzig

Termine · Systemische Beratung B27

ModuleDatum vonDatum bis
Modul I22.10.202724.10.2027
Modul II17.12.202719.12.2027
Modul III25.02.202827.02.2028
Modul IV21.04.202823.04.2028
Modul V23.06.202825.06.2028
Modul VI01.09.202803.09.2028
Modul VII10.11.202912.11.2029
Modul VIII19.01.202921.01.2029
Modul IX23.03.202925.03.2029
Modul X25.05.202927.05.2029
Modul XI20.07.202922.07.2029
Modul XII28.09.202930.09.2029

Supervisionstage · jeweils Samstag

25.03.202820.05.202815.07.2028
30.09.202809.12.202817.02.2029
21.04.202930.06.202908.09.2029