Kinderschutz in Supervision und Coaching Juli 2027

Kinderschutz in Supervision und Coaching

Intensivfortbildung 13. bis 15. Juli 2027

Professionell reflektieren und Verfahren sicher begleiten

Wenn in Supervision oder Coaching eine mögliche Kindeswohlgefährdung sichtbar wird, brauchen Fach- und Leitungskräfte einen verlässlichen Reflexionsraum und Klarheit über das weitere Vorgehen. Sie erwerben die Kompetenz, Kinderschutzthemen zu erkennen, Fälle aus mehreren Perspektiven zu reflektieren und die Aktivierung zuständiger Verfahren zu begleiten. Dabei klären Sie die Grenzen Ihres Beratungsauftrags: Supervision und Coaching ersetzen weder das Kinderschutzverfahren noch die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft (INSOFA). Die Fortbildung ist keine INSOFA-Qualifizierung.

Für Supervisorinnen und Supervisoren sowie Coaches

Die Fortbildung richtet sich an Supervisor:innen, Coaches, Organisationsberater:innen und Lehrsupervisor:innen, die Fachkräfte, Teams oder Führungskräfte begleiten – in Jugendhilfe, Kita, Schule, Gesundheitswesen, Eingliederungshilfe, Sport, Kultur und weiteren Organisationen mit Kontakt zu Minderjährigen. Angesprochen sind auch Kolleg:innen mit einer Doppelqualifikation in Supervision und Kinderschutz. Eine abgeschlossene oder fortgeschrittene Weiterbildung in Supervision, Coaching oder professioneller Beratung wird vorausgesetzt.

Kompetenzerwerb in drei Modulen mit jeweils drei Tagen

Modul I · Rollen und Verfahren im Kinderschutz klären

Dienstag, 13. Juli 2027

Sie gewinnen Orientierung zu § 8a und § 8b SGB VIII sowie § 4 KKG und unterscheiden die jeweiligen Arbeitsfelder, Zuständigkeiten und Verfahrenswege. Sie klären Beratungs-, Fall- und Leitungsverantwortung, reflektieren Doppelrollen und erkennen, wann eine supervisorische Bearbeitung unterbrochen oder neu vereinbart werden muss. Sie entwickeln eine Verfahrenskarte für Ihre Praxis.

 

Modul II · Fälle kindzentriert und mehrperspektivisch reflektieren

Mittwoch, 14. Juli 2027

Sie trennen Beobachtungen, Aussagen, Hypothesen und Bewertungen und halten die Perspektive des Kindes im Blick. Sie bearbeiten Angst, Loyalitätskonflikte, Verantwortungsdiffusion, Bagatellisierung und Spaltung im Helfer:innen- und Organisationssystem. Eigene Resonanzen und blinde Flecken werden ebenso einbezogen wie Machtverhältnisse, Ressourcen und Beteiligungsmöglichkeiten. An Fallbeispielen erproben Sie eine strukturierte supervisorische Fallanalyse

 

Modul III · Institutionelle Verantwortung und Handlungssicherheit stärken

Donnerstag, 15. Juli 2027

Sie bearbeiten Hinweise auf Gewalt in Einrichtungen und schwierige Situationen im Führungskräfte-Coaching. Sie reflektieren Schutz- und Meldewege, Vertraulichkeit, Datenschutz und Dokumentation. Für akute Situationen klären Sie Zuständigkeiten und nächste Schritte. Sie entwickeln Bausteine für Ihre Auftragsklärung, den Umgang mit Rollenwechseln und die verbindliche Rückmeldung zum eingeleiteten Verfahren.

 

Arbeitsweise und Transfer in die Beratungspraxis

Die Fortbildung verbindet verfahrensbezogenes Kinderschutzwissen mit systemischer und mehrperspektivischer Supervision. Kurze Fachimpulse, strukturierte Fallarbeit, Reflecting Team, Boden- und Visualisierungsarbeit sowie Schreib- und Kontraktwerkstätten ermöglichen die unmittelbare Übertragung in die eigene Beratungspraxis. Entscheidungsübungen erfolgen ohne klassische Rollenspiele. Eigene Fälle können in anonymisierter Form eingebracht werden.

Sie erarbeiten ein persönliches Praxis-Set: eine Rollen- und Verfahrenskarte, eine Vorlage für die kindzentrierte Fallreflexion, eine Entscheidungsroute für akute Situationen und eine Checkliste zur Auftragsklärung. Ein individueller Transferplan hält fest, welche Vereinbarungen, Kooperationskontakte und Arbeitsweisen Sie in den folgenden drei Monaten weiterentwickeln.

Abschluss

IPG-Teilnahmebescheinigung über 24 Unterrichtseinheiten nach vollständiger Teilnahme. Die Fortbildung begründet keine Qualifikation als INSOFA und keine verbandliche Zertifizierung.

Fortbildungsleitung und organisatorische Informationen

Frank Wünsche

M.A. Erziehungswissenschaften
M.Sc. Supervision & Coaching
Leiter des Instituts für psychosoziale Gesundheit Leipzig
Lehrender für Systemische Beratung und Therapie (DGSF)
Supervisor
Coach und Fortbildner in der INSOFA-Qualifizierung und im Kinderschutz
Langjährige Erfahrung in der Begleitung von Fachkräften, Teams und Führungskräften.

Bereits seine Masterarbeit „Kindeswohlgefährdung im Kontext Supervision in der Jugendhilfe in Deutschland“ (2016) untersuchte die Bearbeitung von Kinderschutzthemen in der Supervision. Diese Auseinandersetzung und seine praktische Tätigkeit bilden den fachlichen Hintergrund der Fortbildung.

Kosten und Finanzierung

Die Teilnahmegebühr beträgt insgesamt 650 € pro Person und versteht sich inklusive sämtlicher Arbeitsmaterialien sowie einer Auswahl an Heiß- und Kaltgetränken (Kaffee, Tee und Wasser); die Verpflegung am Mittag erfolgt auf eigene Kosten.

Information & Anmeldung

Kursbeginn:
13.07.2027, Dienstag

Umfang und Gruppengröße:
3 Präsenztage
24 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
Maximal 15 Teilnehmende

Termine:
Modul 1: 13. Juli 2027 · Dienstag
Modul 2: 14. Juli 2027 · Mittwoch
Modul 3: 15. Juli 2027 · Donnerstag

Jeweils 09:00–16:45 Uhr einschließlich Pausen

Veranstaltungsort:
ipg – Leipzig
Ferdinand-Rhode-Straße 34
04107 Leipzig

Die Anmeldung senden Sie bitte an: weiterbildung@ipg-leipzig.de