Ausschreibung Weiterbildung Aufbaukurs „Systemische Therapie” 2026-2028

Ausschreibung Aufbaukurs systemische Therapie/ Familientherapie (DGSF)

2026 – 2028

Im Aufbaukurs „Systemische Therapie“ können sie ihren eigenen therapeutischen Stil entwickeln. Auf Grundlage ihrer systemischen Kenntnisse und Kompetenzen werden sie höhere Handlungssicherheit in der Arbeit mit Klient:innen, Familien und anderen Systemen zu erlangen. Mit unserer Sichtweise eines ganzheitlichen und humanistischen Menschenbilds wird der Mensch im Kontext der  relevanten Bezugssysteme (Partnerschaften, Familie, berufliches Umfeld etc.) gesehen, um Potentiale, Fähigkeiten und Ressourcen zu entdecken und nutzbar zu machen. In dieser Weiterbildung werden dysfunktionale Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster stärker in den Fokus gesetzt sowie die therapeutische Rolle vertieft und gefestigt. Darüber kann es gelingen, Entwicklungspotentiale mit Klient:innen zu erweitern und deren Handlungsspielräume auf emotionaler, kognitiver und sozialer Ebene flexibler zu gestalten.

Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die bereits über eine abgeschlossene anerkannte Ausbildung in „Systemischer Beratung“ oder „Systemisches Coaching“ verfügen. Der Aufbaukurs ist auch für Quereinsteiger:innen aus anderen Aufbauweiterbildungen „Systemische Therapie“ geeignet.

Die Trainer des Instituts für psychosoziale Gesundheit (ipg) Leipzig arbeiten seit vielen Jahren in den verschiedensten psychosozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Beratungskontexten.

Themen wie Migration, Inklusion und Gender denken wir in unserer Arbeit stets mit.

Eine thematische Vertiefung liegt in der Beratung und Begleitung von Menschen mit Gewalterfahrungen.

Neben der Vermittlung theoretisch relevanter Inhalte sind vertiefende praxisorientierte Übungen, Selbsterfahrung und Supervision sowie die Anwendung der Lerninhalte im eigenen beruflichen Kontext zentraler Bestandteil der Weiterbildung.

Zugangsvoraussetzungen und Zielgruppen

Der 1  jährige Aufbaukurs wendet sich an Menschen in sozialen, helfenden und beratenden Berufe, insbesondere:

  • Sozialpädagog:innen und Sozialarbeiter:innen
  • Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen
  • Erzieher:innen
  • Ärzt:innen und Mitarbeitende in Pflegeberufen
  • Heilpraktiker:innen
  • Lehrer:innen
  • Menschen in anderen beratenden Berufen

Eingangsvoraussetzungen:

A)Hochschulabschluss1 mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung − und psychosoziale Praxiserfahrungen − und erfolgreicher Abschluss einer DGSF-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung“ oder „Systemisches Coaching“ als Grundweiterbildung

oder B) ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) − und Berufstätigkeit im pädagogischen, medizinischen oder psychosozialen Bereich − und erfolgreicher Abschluss einer DGSF-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung“ oder „Systemisches Coaching“ als Grundweiterbildung.

1 Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualen Hochschulen. (Stand: 9/2022)

 

Des Weiteren:

  • Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Therapie während der Weiterbildung
  • Möglichkeit der Berufs- und Praxiserfahrung
  • Möglichkeit der Umsetzung der Lehrinhalte in der praktischen Arbeit mit Klient:innen
  • Bereitschaft für einen selbsterfahrungsorientierten Lernprozess
  • Einreichen einer schriftlichen Bewerbung mit den entsprechenden Nachweisen vorangegangener Ausbildungen
  • Besuch einer Informationsveranstaltung

Ziel der Weiterbildung

  • Herausbildung einer professionellen Therapeutenpersönlichkeit auf der Grundlage eigener Ressourcen und systemischer Sichtweisen.
  • Das Erleben der eigenen therapeutischen Handlungskompetenz vor dem Hintergrund aktueller Lebenszusammenhänge, eigener biografischer Erfahrungen, persönlicher Fähigkeiten und Ressourcen.
  • Die Vertiefung und Erweiterung systemisch beraterischen Handelns und die Entwicklung eines individuellen therapeutisch-professionellen Stils
  • Erlernen und situationsangemessenes Einsetzen vielfältiger systemisch therapeutischer Ansätze und Methoden.

Umfang und Struktur der Weiterbildung

Die Zusatzqualifikation richtet sich nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie (DGSF).

Die Zusatzqualifikation richtet sich nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie (DGSF).

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 380 Unterrichtseinheiten (á 45 min) aufgeteilt in:

  • 100 UE praxisbezogene Theorie
  • 50 UE Systemische Supervision
  • 50 UE Selbsterfahrung/ Selbstreflexion
  • 50 UE Peergruppenarbeit/ Eigenstudium
  • 130 UE eigene Beratungspraxis

Die Vermittlung der Lerninhalte erfolgt in 7 Blockseminaren á 3 Tage. Die Dauer der Weiterbildung beträgt ca. 1 Jahr berufsbegleitend. Die Lerngruppenarbeit und das Eigenstudium erfolgen selbstorganisiert. Die therapeutische Praxis wird im eigenen Arbeitsfeld absolviert.

Inhalt der Weiterbildung

MODUL 1: Einführung in das therapeutische Arbeiten

  • Auftragsklärung und Rollenverständnis von Therapeut:innen
  • Unterscheidung von Beratung und Therapie
  • Therapeutische Haltung: Allparteilichkeit, Ressourcenorientierung und Kontextsensibilität
  • Strukturierung therapeutischer Prozesse und erste Indikationsfragen

MODUL 2: Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfürsorge und Achtsamkeit

  • Reflexion der therapeutischen Persönlichkeit und Selbstfürsorge
  • Stress – Burnout; Psychohygiene; Salutogenese und Kohärenzgefühl
  • Achtsamkeit und Zufriedenheit als Prozess
  • Depression; Schuld/Scham und hypnosystemische Interventionen

MODUL 3: Angst und Angststörungen

  • Systemische Leitunterscheidungen, Funktion und Aufrechterhaltung von Angst
  • Arbeit mit inneren Anteilen/Ego-States
  • Skulpturarbeit, Externalisierung und Ressourcenaktivierung

MODUL 4: Traumainduzierte Systeme und deren Dynamik

  • Systemische Betrachtung traumainduzierter Systeme und Traumafolgestörungen
  • Therapeutisches Handeln bei Verwahrlosung, sexuellem Missbrauch, Gewalt und Frühtraumatisierung
  • Stabilisierung, traumasensible Beziehungsgestaltung und Ressourcenorientierung
  • Einzel- und Familiensetting; aufsuchende Familientherapie

MODUL 5: Suizidalität und Umgang mit akuten Krisen

  • Einschätzung (akuter) Krisendynamiken und Grenzen ambulanter Aufträge
  • Einordnung, Anbindung und Weiterverweisung bei Komorbilität (z.B. Psychosen, Schizophrenie und somatischen Erkrankungen)
  • Akute und chronische Stressoren; Krise als Problemtrance
  • Genogramm
  • Umgang mit eigenen privaten und therapeutischen Krisen

MODUL 6: Systemische Körperarbeit

  • Körper als Resonanzraum; Integration körperbezogener Methoden
  • Förderung der Selbstwahrnehmung und Embodiment in Beratung und Therapie
  • Berührung in Therapie
  • Somatoforme Störungen und Schmerzstörungen

MODUL 7: Abschlussseminar und Integration

  • Praxisreflexion und Integration zentraler Lernerfahrungen
  • Evaluation der persönlichen Entwicklung und professionellen Rolle
  • Abschlussprozesse, Rituale und Therapieende
  • Abschlusskolloquium, Zertifizierung, Ausblick und Abschlussfest

Lehrende, Supervisor:innen und Trainer:innen des Instituts

Frank Wünsche

Institutsleiter

Weiterbildungsleiter T26

M.A. Erziehungswissenschaften/Sozialpädagogik (Uni Leipzig)

M.Sc. Supervision und Coaching  (Uni Krems)

Supervisor & Coach (DGSv/DGSF)

Systemischer Therapeut/Familientherapeut/Paartherapeut (DGSF)

Lehrender für Systemische Therapie und Beratung; Paartherapie; Supervision & Coaching (DGSF)

Laura Haisch

M.Sc. Klinische Psychologin

Systemische Therapeutin & Supervisorin (SG)

Lehrende für systemische Therapie i.A. (DGSF)

Uta Avenarius

Studium der sozialen Arbeit, Psychologischer Beratung -Ehe-, Familien und Lebensberatung; WB in Ressourcenorientierte Traumatherapie zur traumaspezifischen Fachberatung PITT; WB in Psychotraumatologie, Traumatherapie, Traumaberatung und -pädagogik mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen KReST; WB strukturierte Traumaintegration stib; „Train the Trainer“

 

und andere.

Für fachspezifische Inhalte werden weitere Trainier:innen an den Modulen teilnehmen.

Voraussetzungen zur Erlangung des Abschlusszertifikates

Die Weiterbildung endet bei Erfüllung aller Voraussetzungen mit einem Abschlusszertifikat des Institutes für psychosoziale Gesundheit (IpG) Leipzig in „Systemische Therapie/Familientherapie – ipg“. Die Weiterbildung richtet sich in Inhalt, Dauer und Umfang nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie (DGSF). Bei Erfüllung aller Voraussetzungen können die Teilnehmer:innen bei der DGSF eine Dachverbandsanerkennung in „Systemische Therapie – DGSF“ beantragen.

Folgende Leistungen sind für die Erteilung des Zertifikates zu erbringen:

  • Nachweis eines anerkannten Abschlusses in „Systemischer Beratung“ nach den Richtlinien der DGSF
  • Regelmäßige Teilnahme an den Seminaren
  • Aktive Mitarbeit und Bereitschaft zu Supervision und Selbsterfahrung
  • Nachweis von 50 UE Peergruppenarbeit und Eigenstudium
  • Nachweis von 130 Sitzungen eigener therapeutischer Praxis
  • Erstellen einer ausführlichen Falldokumentation; der Therapieprozess muss mindestens 10 Stunden umfassen
  • Vorstellen einer Live- oder Videosupervision
  • Aktive Gestaltung des Abschlusskolloquiums

 

Praxisnachweise aus vorangegangenen Ausbildungen können anerkannt werden.

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten der Weiterbildung umfassen 4.650,00€ (darin ist die Verwaltungsgebühr enthalten).

Eine Ratenzahlung kann individuell vereinbart werden. Die Raten sind innerhalb der Ausbildungsdauer zu begleichen.

 

Bewerbung und Informationsgespräch

Bewerbung und Informationsgespräch

Der Ausschreibungszeitraum ist vom 15.03.-15.08.2026

Der Nachweis über die Erfüllung der Zugangsbedingungen.

  • Lebenslauf und Darstellung des beruflichen Werdegangs
  • Persönlicher Lebenslauf (aus welcher Familie komme ich, was hat mich geprägt, in welchen Beziehungen zu Menschen lebe ich heute)
  • Bewerbungsfoto (für Bewerber:innen von anderen Instituten)

Die Bewerbung erfolgt über die E-Mail: weiterbildung@ipg-leipzig.de
Danach erfolgt eine Einladung zu einem Informationsgespräch.

Ort: Institut für psychosoziale Gesundheit

Ferdinand-Rhode-Straße 34

04107 Leipzig

Der Weiterbildungskurs „Systemische Therapie“ beginnt am: 13.11.2026.

Die einzelnen Module finden jeweils Freitag bis Sonntag 09.00 – 18.15 Uhr statt.

Frank Wünsche                                                                                            Leipzig, 09.07.2026

Institutsleiter

Seminar­planDatum vonDatum bis
Modul I 13.11.202615.11.2026
Modul II 15.01.202717.01.2027
Modul III26.03.202728.03.2027
Modul IV04.06.202706.06.2027
Modul V03.09.202705.09.2027
Modul VI12.11.202714.11.2027
Modul VII21.01.202823.01.2028