Fortbildung zur insoweit erfahrenen Fachkraft §8a

Fortbildung zur insoweit erfahrenen Fachkraft §8a
Fachkräfte beraten. Kinderschutz gemeinsam gestalten.
Die Fortbildung umfasst neben den 3 Kursmodulen ein Kolloquium. Die Teilnehmer:innen erstellen im Kursverlauf ein persönliches Handlungs- und Aufgabenprofil für ihre Rolle als Insoweit erfahrene Fachkraft §8a/b.
Nach den Standards der LAG INSOFA-Fortbildner und den Empfehlungen der DGSF.
Wie lassen sich Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung fachlich einschätzen, ohne vorschnell zu urteilen? Wie können Fachkräfte in belastenden Situationen klarer sehen und verantwortlich handeln? Und wie bleiben die Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und Eltern dabei präsent?
Die Fortbildung bereitet auf die besondere Beratungsaufgabe der insoweit erfahrenen Fachkraft im Kontext von § 8a und § 8b SGB VIII sowie § 4 KKG vor. Sie verbindet Kinderschutzwissen mit systemischer Gesprächsführung, Fallverstehen, Selbstreflexion und praktischer Beratungserfahrung.
Für Fachkräfte aus Kinder- und Jugendhilfe, Bildung, Gesundheitswesen und angrenzenden Arbeitsfeldern, die die Beratungsaufgabe einer INSOFA übernehmen oder ihr vorhandenes Profil fachlich vertiefen möchten. Die Fortbildung ist keine Einführung für Personen ohne einschlägige Berufserfahrung.
Sie lernen, Beratungsaufträge und Verantwortung zu klären, Beobachtungen und Hypothesen zu unterscheiden und Schutz- sowie Gefährdungsfaktoren nachvollziehbar abzuwägen. Sie beraten zu Beteiligung, geeigneten Hilfen und konkreten nächsten Schritten – und reflektieren dabei die eigene Rolle und die Dynamik des Hilfesystems.
wuensche@ipg-leipzig.de
Die Fortbildungsleitung übernimmt das Institut für psychosoziale Gesundheit, Leipzig, mit dem Referenten Frank Wünsche, M.A. Erziehungswissenschaften, M.Sc. Supervision & Coaching; Leiter des Instituts für psychosoziale Gesundheit Leipzig, Lehrender für Systemische Beratung und Therapie, Supervision und Coaching (DGSF), Fortbildner für INSOFA und Kinderschutz
Veranstaltungsort Leipzig
9 Präsenztage · 3 Module · 81 UE à 45 Minuten
Jeweils 09:00–17:15 Uhr einschließlich Pausen
15 Plätze
Gesamtbeitrag: 1.350 €
Zwischen den einzelnen Modulen vertiefen Sie Ihr Wissen durch die praktische Anwendung und absolvieren zwei reale INSOFA-Beratungen. Mindestens eine dieser Beratungen führen Sie gemeinsam mit einer INSOFA-fortbildenden Lehrperson durch. Ergänzend dazu verfassen Sie eine schriftliche Praxisreflexion und erstellen Ihr persönliches Handlungsprofil.
Für diese praktischen Einheiten sowie für die begleitende Lektüre sollten Sie einen zusätzlichen Zeitaufwand von etwa 22 bis 28 Zeitstunden einplanen.
| Fortbildungen | von | bis | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Modul I | 09.03.2027 | 11.03.2027 | Haltung, Auftrag und Sicherheits-/Gefährdungseinschätzung |
| Modul II | 06.04.2027 | 08.04.2027 | Komplexe Lebenslagen, Beteiligung und Schutz |
| Modul III | 03.05.2027 | 05.05.2027 | Kooperation, Beratungspraxis und Abschluss |
09.–11.03.2027 · 27 UE
Rechtliche Grundlagen, Kinderrechte, Funktion und Grenzen der INSOFA. Formen von Gewalt und Vernachlässigung, gewichtige Anhaltspunkte, Entwicklung und Grundbedürfnisse. Beobachtungen, Deutungen und Informationslücken unterscheiden; Schutz- und Gefährdungsfaktoren gewichten. Beratung strukturiert gestalten, Genogramme und Netzwerkkarten nutzen und eigene Beratungskompetenz erproben.
06.–08.04.2027 · 27 UE
Inklusiver Kinderschutz bei Behinderungen oder Beeinträchtigungen des Kindes, der Eltern oder beider; Kommunikation und tatsächlich verfügbare Unterstützung. Psychische Belastungen, Migration, Flucht und soziale Lage kontextsensibel betrachten. Sexualisierte Gewalt, Täterstrategien, digitale Gefährdungen und Übergriffe unter jungen Menschen differenzieren. Fachkräfte bei Gesprächen mit Kindern, Jugendlichen und Eltern beraten.
03.–05.05.2027 · 27 UE
Zusammenarbeit mit Jugendamt, Familiengericht und regionalem Netzwerk. Institutionelle Verantwortung, unterschiedliche Meldewege, Datenschutz und Dokumentation. Verbindliche Schutzschritte und Überprüfung der Wirkung. Eigene Beratungspraxis reflektieren, psychodynamische Prozesse wahrnehmen und Psychohygiene stärken. Persönliches Handlungsprofil und Abschlusskolloquium.
Kurze Fachimpulse, anonymisierte Praxisanliegen, Lehrdemonstrationen, Dyaden, Triaden und kollegiale Reflexion. Wir arbeiten mit Genogrammen, Figuren, Seilen, Karten und Flipchart. Die Beratungspraxis und die eigene professionelle Haltung stehen im Mittelpunkt. Jede teilnehmende Person erhält individuelles Feedback. Persönliche biografische Offenlegung bleibt freiwillig.
Einschlägiger pädagogischer, sozialpädagogischer, psychologischer, medizinischer oder vergleichbarer Berufsabschluss sowie in der Regel mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis mit Kinderschutzerfahrung. Der Zugang zu realen Fachberatungen und zur Praxisbegleitung wird vor Aufnahme geklärt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein IPG-Zertifikat über die systemische INSOFA-Fortbildung. Voraussetzung sind mindestens 90 % Teilnahme, die vereinbarten Praxis- und Peergruppennachweise, eine schriftliche Praxisreflexion und das Kolloquium am 05.05.2027. Fehlende Anforderungen können nach Vereinbarung nachgearbeitet werden; bis dahin wird ausschließlich die tatsächliche Teilnahme bescheinigt.
Der Abschluss dokumentiert die absolvierte Qualifizierung. Er ersetzt nicht die Prüfung örtlicher Anforderungen oder die Beauftragung als insoweit erfahrene Fachkraft durch zuständige Träger.
81 UE an neun Präsenztagen; zusätzliche Praxis- und Transferleistungen wie auf Seite 2 beschrieben. Der Gesamtbeitrag beträgt 1.350 € pro Person. Im vorgesehenen Leistungsumfang enthalten sind die Seminartage, digitale Kursmaterialien, das Kolloquium und die vereinbarte Begleitung einer realen Beratung. Fahrt, Unterkunft und Mittagessen tragen die Teilnehmenden selbst. Veranstaltungsort ist das Institut für psychosoziale Gesundheit, Ferdinand-Rhode-Straße 34, 04107 Leipzig.
Bitte senden Sie Ihren beruflichen Lebenslauf, Qualifikationsnachweise und eine kurze Beschreibung Ihrer Kinderschutzerfahrung und Ihres beruflichen Anliegens. Die Aufnahme erfolgt nach Prüfung der Voraussetzungen. Bitte teilen Sie benötigte Unterstützung oder Anforderungen an Barrierefreiheit frühzeitig mit.
Institut für psychosoziale Gesundheit · Frank Wünsche
Ferdinand-Rhode-Straße 34 · 04107 Leipzig
E-Mail: weiterbildung@ipg-leipzig.de
Fachliche Rückfragen: wuensche@ipg-leipzig.de
Telefon: 0177 2191840